Teil 6 – Wieder auf dem Wasser

Teil 6 – Wieder auf dem Wasser

Seit dem 13. Mai sind wir glücklich wieder auf unserem Schiff. Nach 6 Wochen Heimaturlaub in dem noch nicht sehr frühlingshaften Oldenburg sind wir mit Ryan Air und der Dampfeisenbahn nach Mariefred gereist und leben wieder mitten in der wunderbaren Natur auf dem Schiff. Axel war Ende April allerdings mit dem Auto schon für eine Woche dort und hat hart gearbeitet. Mootje hat jetzt u.a. eine neue Stopfbuchse, Welle und Wellenkupplung und ist wieder tiptop in Schuß. Bei schönstem Sonnenschein bleiben wir die ersten zehn Tage in Mariefred, genießen die Tage, machen kleine Radtouren und Spaziergänge neben weiteren notwendigen Ausrüstungsarbeiten am Schiff. Wir segeln viele Male zur wunderschönen Vereinsinsel unseres Bootklubs und beobachten einen Biber, der ganz in der Nähe seinen Bau hat und allabendlich seine Runde um unser Schiff dreht. Wir bekommen für fast 2 Tage Besuch von Elke und Christian, die den weiten Weg von ihrem Haus im Süden Schwedens gemacht haben, wir genießen ihren Besuch wieder sehr. Als es frühlingshaft warm wird, machen wir uns auf den Weg und fahren über Stockholm durch herrliche Buchten und an vielen noch ganz einsamen Schären vorbei zuerst zur kleinen Insel Lidö, die ein bezauberndes geschütztes Naturreservat ist. Die „Skärgardsstiftelsen“ hat 35 Schären gekauft und zu Naturschutzgebieten umgewandelt, die mit Trockentoiletten, Grill- und Lagerfeuerplätzen und z.T. sogar Saunen ausgestattet wurden. Das Verweilen dort ist kostenlos! Von dort geht es rüber zu den Aland-Inseln, zuerst nach Mariehamn. Die Aland- Inseln gehören zu Finnland, sind aber weitgehend autonom mit einer Selbstverwaltung, die viele Bereiche betrifft, und einer eigenen Flagge und Hymne. Die Landessprache dort ist schwedisch, das Zahlungsmittel aber der Euro. Es gibt ca, 6750 größere Inseln bei insgesamt 1520 qkm. Die Einwohnerzahl liegt bei 27.000, wovon Mariehamn als „Hauptstadt“ 11.000 hat. Es ist ein nettes Örtchen, wie überall hier jedoch geht es sehr ruhig und gelassen zu. Selbst die vielen großen Fähren zwischen Schweden und dem finnischen Festland, die täglich ankommen und abfahren, ändern hieran überhaupt nichts. Außer uns gibt es nur einzelne andere Segelschiffe, die schon auf dem Wasser sind. Die meisten Häfen sind noch geschlossen, aber eisfrei. Wir segeln zur Inselgruppe Föglö mit dem ca. 600 Einwohner fassenden „Hauptort“ Degerby. Das Leben hier ist so schön beschaulich wie in Bullerbü mit kleinem Tante Emma Laden und Café und sehr hübschen Häusern und Gärten, in denen der Frühlingsanfang gerade voll im Gange ist. Und es gibt viel Wald und Wiesen mit frischem Grün neben den kleinen Fjorden, Inseln und Ufersäumen, die aus großen Granitsteinen bestehen, umgeben von Heide und Frühlingsblumen. Menschen sehen wir selten. Die, die wir treffen, sind freundlich und hilfsbereit und sprechen alle gut Englisch. Wir kommen an einer Lachsforellenzucht vorbei, lassen uns dort eine Regenbogenforelle filetieren und haben über 1 kg Forellenfilet, das Axel abends frisch räuchert. Mit frischem selbstgebackenem Brot und einem Salat ist das das beste Essen, das wir in der letzten Zeit hatten, und wir essen immer gut! Dann segeln wir zur kleinen bildschönen Schäre Rödhamn, die geschichtlich in der Ansteuerung der Aland-Inseln eine Rolle spielte, und jetzt einen Sportbootanleger hat und einige idyllische Plätzchen vor den Häuschen zum Sitzen und Verweilen. Auch hier sind wir das einzige Schiff, das über Nacht bleibt. Die Segeltour zurück nach Schweden ist kräftezehrend. Bei 5-6 Beaufort sind die Wellen 2 Meter hoch und wir wissen, was wir nach 7 Stunden getan haben. Das Schiffchen hat sich dabei sehr wacker geschlagen. Nach einer Übernachtung in Kapellskär, in einem Naturreservat mit kleinem Anleger, segeln wir nach Norrtälje, einem netten kleinen Städtchen am Ende eines 10 Seemeilen langen Fjords, der etwas ähnlich aber noch viel schöner als die Schlei ist. Der Gästehafen wird für uns und ein anderes Segelboot mit zwei Seglern aus Dänemark geöffnet. Hier warten wir die Schlechtwetterfront ab, die uns nun eingeholt hat. Wir gehen mehrmals täglich in die Sauna, in Museen und Ausstellungen und machen es uns im Schiff kuschelig warm, die Tageshöchsttemperaturen draußen steigen nur auf 8 Grad, und das Anfang Juni! Für die kalten Tage haben wir aus dem Internet vier Tatort-Münster downgeloaded, die wir uns bei Bedarf reinziehen werden. Ansonsten gibt es täglich „Frühstück bei Stefanie“.

Wir hoffen, dass die Sonne bald wieder wärmt und freuen uns auf alles Gute, was da kommt. Wir freuen uns übrigens sehr auf Eure Rückmeldungen.

Ganz liebe Grüße von Marion und Axel

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